Früher hieß es: Da muss der Profi ran, sonst wird das nix. Heute bekommen wir das locker selbst hin. Dank der modernen, kinderleichten Klicksysteme lassen sich sowohl Laminat- als auch Vinylböden im Handumdrehen selbst verlegen. Wir erklären, wie‘s geht.

Zunächst aber: Der feine Unterschied

Vinyl und Laminat haben einiges gemeinsam. Beide sind Bodenbeläge mit Kunststoffanteil. Beide kommen in einer großen Vielzahl an Farbvarianten. Beide sind, in der besseren Ausführung, vom klassischen Parkett kaum zu unterscheiden, dabei aber deutlich günstiger.
Der Unterschied besteht in der Zusammensetzung der Materialien. Laminat setzt sich aus verschiedenen Papier- und Kunststoffschichten zusammen oder enthält eine Trägerplatte aus Holz bzw. MDF. Vinylböden kommen entweder in Vollvinyl, auch bekannt als PVC, oder mit einer Trägerplatte aus Holzfaser.
Vor allem Vollvinyl eignet sich unter bestimmten Voraussetzungen als Bodenbelag für das Badezimmer. Beachten Sie hierzu bitte die jeweiligen Herstellerangaben. Laminat ist im Vergleich die natürlichere Variante, die in jedem Fall frei von Weichmachern ist.

Verlegen von Klick-Vinyl

1. Lassen Sie die Dielen ruhen
Im ersten Schritt müssen Sie gar nichts tun. Lassen Sie das ungeöffnete Paket mit dem Vinylboden 48 Stunden im zwischen 18 und 25 Grad warmen Raum liegen.

2. Bereiten Sie den Untergrund vor
Er muss sauber, trocken und eben sein, also frei von allen Teppichresten. Risse und Spalten können Sie mit Spachtelmasse ausgleichen. Auf mineralischem Untergrund sollte eine Dampfbremse, zum Beispiel eine PE-Folie oder auch Kombi-Unterlagsmatte, verlegt werden. Beachten Sie auch hier bitte die Anforderungen des Herstellers.

3. Planung
Meist verlegt man Dielen längs zum Lichteinfall. Der Hersteller gibt an, in welchem Eck die Verlegung beginnt – in der Regel links.

4. Die erste Reihe
Legen Sie die erste Reihe zunächst lose aus, um zu überprüfen, wie viele Dielen Sie für die Länge des Raumes benötigen. Kürzen Sie nun die erste Diele auf dieselbe Länge wie das verbleibende Stück am Ende der Reihe. Das weggeschnittene Reststück sollte nicht kürzer als 30 cm sein.

5. Verlegen
Abstandskeile an der Wand sorgen für die notwendige Dehnungsfuge. Beachten Sie dazu bitte die Verlegeanleitung. Sie beginnen in der Ecke, die Feder der Diele zeigt zur Wand, die Nut in den Raum. Stirnseitig klicken Sie eine Diele in die nächste.

6. Die zweite Reihe
Beginnen Sie die zweite Reihe mit dem Reststück der ersten Reihe. Um die Reihen miteinander zu verbinden setzen Sie das Stück der zweiten Reihe mit der ganzen Länge am Stück der ersten Reihe an, drücken es leicht nach unten und fixieren die Diele mit einem leichten Schlag. So verfahren Sie mit allen weiteren Reihen.

7. Die letzte Reihe schneiden
Um die letzten Stücke zuzuschneiden, legen Sie zunächst eine Diele deckungsgleich auf eine Diele der vorletzten Reihe. Eine dritte Diele schieben Sie von dort bis auf Höhe der Abstandskeile. Den Überhang markieren Sie auf der zweiten Diele mit einem Bleistift.

Dank Klicksystem ist das Verlegen von Vinyl gut in Eigenleistung zu bewerkstelligen.

Klick-Laminat verlegen

Das Verlegen von Klick-Laminat unterscheidet sich vom Verlegen von Klick-Vinyl kaum. Auch hier ist in den meisten Fällen eine Dampfbremse nötig, damit eventuell vorhandene Restfeuchte den Boden nicht beschädigt. Die Dehnungsfuge zur Wand sollte mindestens 10 mm betragen.

Die Umgebung des Bodens muss zuweilen angepasst werden – oder andersherum. Türzargen beispielsweise sägen Sie um die Höhe des Belags ab. Bei Heizungsrohren geht das nicht. Hier sägen Sie Aussparungen in die jeweilige Diele und decken diese anschließend mit geeigneten Abdeckkappen ab. Dehnungsfugen in den Türübergangsbereichen müssen ebenfalls durch geeignete Schienen geschlossen werden.

Beachten Sie bitte stets die Händleranweisungen des jeweiligen Materials. Bei Fragen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter gerne zur Verfügung.

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Silvio Ullrich

Geschrieben von Silvio Ullrich

Silvio Ullrich ist ausgebildeter Bodenleger, Parkettlegemeister sowie Monteur für Sonnenschutzartikel. Seit 2005 arbeitet er bei TTM, mittlerweile in der Position Leiter Qualitätssicherung Handwerk bei TTM. In seiner Freizeit geht Ulrich gerne angeln.

2 Kommentare

  1. Avatar

    Vielleicht wäre es von Vorteil, wenn man Kunden bei diesen Tipps darauf hinweist, dass
    man Laminat mit einem Laminatschneider oder einer Handkreissäge schneiden kann.Diese kann man auch in Baumärkten Ausleihern. Ein Zugeisen und ein Laminat-Schlagholz ist ebenfalls von Vorteil. Ansonsten ist es sehr gut von Ihnen beschrieben. Danke schön, Gruß Jens.

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  2. Avatar

    Eine sehr anschauliche Anleitung zum Legen von Vinylböden. Ich habe es in der Vergangenheit mal mit Vinyl-Fliesen probiert. Leider gab es einige Unregelmäßigkeiten, da ich eben doch kein Profi bin. Ich überlege mir nun dieses neue klick-Vinyl verlegen zu lassen.

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