Trotz des von der Bundesregierung beschlossenen Heizkostenzuschusses lohnt es sich immer, weitere Heizenergie einzusparen. Der Zuschuss wird lediglich auf 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs gewährt, demnach profitieren vor allem jene Haushalte, die im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent ihres Heiz-Energiebedarfs einsparen. Unkomplizierte Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, sind das richtige Lüften in Haus oder Wohnung und das Entlüften der Heizung.

Heizung entlüften – warum eigentlich?

Empfohlen ist, ein- bis zweimal pro Jahr die Heizkörper in den eigenen vier Wänden zu entlüften. Dabei lassen sich bei richtiger Durchführung bis zu 15 Prozent Energie einsparen. Der Grund: Ohne Luft kann das Heizwasser im Heizkörper besser zirkulieren und die Heizung arbeitet deutlich effizienter. Je mehr Luft sich im Heizkörper sammelt, umso mehr Energie benötigt dieser, um sich auf die eingestellte Temperatur zu erwärmen. Zudem kommt das Entlüften der Heizung auch der Lebensdauer der Heizungsanlage zugute. Sie ist weniger anfällig für Schäden und Verschleiß.

Hand entlüftet Heizung

Um mit einer effizient laufenden Heizungsanlage in die Heizperiode zu starten, empfiehlt es sich, diese gleich zu Beginn im Oktober oder November von Luft zu befreien. Allerdings sollten die Heizkörper bei gluckernden Geräuschen auch während der Heizperiode entlüftet werden.

Heizkörper entlüften: Schritt für Schritt-Anleitung

Um überschüssige Luft aus der Heizung zu lassen, sind folgende Hilfsmittel nötig:

  • Schüssel
  • Lappen
  • Entlüftungsschlüssel (für Vierkantstift-Ventil)

Dann können Sie direkt loslegen:

  • Schritt 1 Abschalten: Umwälzpumpe oder Heizsystem abschalten und ca. 1 Stunde warten, damit sich die Luft im Heizkörper sammeln kann. In einer Wohnung im Mehrfamilienhaus, wo dies nicht möglich ist, die Thermostatventile vollständig schließen (dann direkt mit Schritt 3 weiter).
  • Schritt 2 Vorbereitung: Thermostatventile auf die höchste Stufe drehen, so bleibt weniger Luft im Heizkörper zurück.
  • Schritt 3 Entlüftung: Bei mehreren Stockwerken mit den Heizkörpern in der untersten Etage starten. Mit dem Schlüssel das Ventil langsam gegen den Uhrzeigersinn öffnen, bis ein Zischgeräusch zu hören ist. Dabei ausreichend Abstand halten und Handschuhe zum Schutz vor heißem Wasserdampf tragen. Mit Lappen und Schüssel evtl. austretendes Wasser auffangen. Sobald nur noch Wasser aus dem Ventil läuft, wieder verschließen.
  • Schritt 4 Überprüfung des Drucks: Durch das Ablassen von Druck und Wasser kann sich der Druck im Heizsystem verringern, daher dieses nach Einschalten der Heizanlage überprüfen. Ist er zu niedrig, muss Wasser nachgefüllt werden.

Mehr zum Thema Heizkosten sparen: So wird der Wohnraum warm und gemütlich.

Luftfeuchtigkeit raus, frische Luft rein

Das korrekte Lüften der Wohnräume sorgt für ein gutes Raumklima, spart dadurch Heizenergie und ist speziell in der Winterzeit wichtig, um Schimmelbildung im Wohnraum zu vermeiden.

Frau öffnet Fenster

Zu den Grundregeln des richtigen Lüftens gehört es, dies regelmäßig zu machen. Mindestens morgens und abends, noch besser dreimal täglich für kurze Zeit einen kompletten Luftaustausch herbeiführen. Dabei nach Möglichkeit alle Fenster und Türen der zu lüftenden Räume weit öffnen und für Durchzug sorgen. Nur so können Luftfeuchtigkeit – rund 12 Liter Wasser gibt eine Familie im Schnitt pro Tag an die Umgebung ab – aber auch Keime und Feinstaub aus den Zimmern gelangen.

Die Fenster über einen längeren Zeitraum gekippt zu lassen, macht hingegen ebenso wenig Sinn wie im Winter bei Abwesenheit die Heizung auszuschalten. Denn unter einer Temperatur von 15 bis 16 Grad droht Schimmelbildung. Und Heizkörper, die bei gekippten Fenstern laufen, puffern im Wortsinn die Energie nur zum Fenster hinaus.

Wohnräume richtig lüften – auch im Winter

Eine Mischung aus kurzem Quer- und Stoßlüften ist die Zauberformel für Frischluftzufuhr und die Regulierung von Wasserdampf in den Wohnräumen. Dabei gilt während der Heizperiode:

  • Im Winter, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt genügen je 5 Minuten Stoßlüften (bei wärmeren Temperaturen ca. 10-15 Minuten).
  • Während des Lüftens Heizkörperthermostate herunterdrehen.
  • Bei Feuchtigkeit durch Kochen oder Duschen den Raum sofort kurz lüften.
  • Alle Fenster nach dem Lüften wieder schließen, damit die entfeuchtete Luft wieder aufheizt.

Informieren Sie sich auch in unseren anderen Blog-Beiträgen über Möglichkeiten, Heizenergie im Wohnraum zu sparen. Ein Vorhang oder Thermo-Vorhang im Wohnraum kann dazu ebenso einen Beitrag leisten wie Teppichboden & Co. Unsere Einrichtungsexperten beraten Sie dazu gerne persönlich im Markt in Ihrer Nähe und führen Sie durch unser breites Repertoire!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...

Geschrieben von Hubert Fischer

Hubert Valentin Fischer Ist ausgebildeter Raumausstatter-Meister, schult Verleger und koordiniert die Kommunikation zwischen Objekteuren, Bauleitern und Industrie. Bei TTL ist er seit 1995, seit 2017 in der Position Leiter Qualitätssicherung Handwerk bei TTL Nord.

Hinterlasse uns ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.