Dass Lärm krank macht und zu Stress führt, ist keine neue Erkenntnis. Dennoch werden in Büros oder in den eigenen vier Wänden störende Geräuschkulissen im Zimmer oder laute Gespräche im Nebenzimmer oft einfach akzeptiert. Gerade zu Hause ist ein ständiger Lärm- oder Schallpegel aber zu vermeiden, denn Entspannen und zur Ruhe kommen ist für das innere Gleichgewicht elementar. Bei der Inneneinrichtung in Wohnräumen lohnt es daher besonders, auch an die richtige Auswahl für eine gute Schalldämmung zu denken. In geschlossenen Räumen spielen für die Schallabsorption insbesondere Einrichtungsgegenstände mit großer und grober Oberflächenstruktur sowie der Einsatz schalldämmender Bodenbeläge eine wichtige Rolle.

Schallschlucker schlechthin: Teppiche und Teppichböden

Kaum ein anderer Bodenbelag absorbiert Schall so gut wie der Teppichboden. Dieser Effekt wirkt umso besser, je höher der Flor des Teppichbodens und je besser seine Rücken-Beschichtung. Speziell Teppichböden aus Naturfasern sind bekannt für ihre hervorragenden Dämmeigenschaften. Auch Ihre Pendants aus Sisal, Schurwolle oder grober Baumwolle schlucken einen Großteil des Lärms und der Geräuschkulisse. Die mit Abstand beste Schalldämmung aber weisen Hochflorteppiche auf. Ebenso sorgen Filz und Flies für gute Lärmabsorption, wohingegen Synthetik-Teppichböden Schall nur sehr bedingt abfangen.
Auch Teppiche, egal welcher Art, bringen Wärme und Behaglichkeit in Wohnräume und leisten, natürlich in Abhängigkeit ihrer Fläche, einen Beitrag zur Eindämmung des Raumlärms. Selbst ein Steinboden, der zwar pflegeleicht ist, dafür aber Geräusche und Trittschall eher verstärkt, kann von einem Läufer oder Teppich profitieren: durch das subjektiv gesteigerte Wärmeempfinden als auch durch die sofortige Reduzierung des Schalleffekts dank Teppich

Vielschichtige Böden: Multilayer

Die derzeit angesagten, weil vielfach vorteilhaften Multilayerböden überzeugen sowohl durch ihre Fülle an täuschend echten Holz- oder Fliesendekoren sowie durch ihre Mehrfachbeschichtung. Die oberste Schicht der Böden besteht aus einer Vinyl-Nutzschicht, die Kratzer und das Eindringen von Feuchtigkeit vermeidet. Unter der Holzfaser-Trägerplatte folgt häufig eine Schicht aus Kork. Dieses Mehr an Schichten sorgt dafür, dass Vinylböden hervorragende Trittschalleigenschaften aufweisen und den Schall wortwörtlich abfedern. Und das bei einer Optik, die kaum Wünsche offenlässt.

Von Hart-, Weich- und Vinylböden

Während Laminat ein Hartbodenbelag ist, der ohne Teppich eher trittschallempfindlich ist, weist das Raumschallverhalten von Parkett als Echtholzboden andere Eigenschaften auf: Holz ist ein guter Schallträger – jeder Schritt kann Geräusche erzeugen. Dem vorzubeugen, ist aber nicht schwer: Wählen Sie einen Parkettboden, der vollflächig geklebt verlegt wird. Die Verklebung sorgt dafür, dass der Boden im Zuge der minimierten Fugen schubfest wird, was der Raumakustik zu Gute kommt. Die Pflege von Laminat ist zwar mit sehr wenig Aufwand verbunden, wer Geräusche und Trittschall, speziell in großen Räumen, eindämmen will, sollte aber eher zu Parkett greifen.
Eine echte Boden-Alternative sind die als Designboden geläufigen Vinylböden. Sie zählen zu den elastischen Bodenbelägen, die aus mehreren Schichten bestehen und daher den großen Vorteil mit sich bringen, besonders leise und trittschalldämmend zu sein. Nicht zuletzt ist der weiche Bodenbelag vielseitig in der Designauswahl, in jedem Raum einsetzbar und äußerst pflegeleicht.

Designbelag Sichtestrich

Designbeläge haben den großen Vorteil, besonders leise und trittschalldämmend zu sein.

Vorhänge und Wohntextilien

Samt und Chenille – diese Stoffe sind nicht nur edle Materialien, sondern auch sehr dicht verarbeitete Stoffe. Als Material für eher schwere Vorhänge, die gerne zur Vermeidung von Wärmebrücken an Fenstern oder Terrassentüren eingesetzt werden, sind Samt und Chenille ebenso optimal wie zur Schall absorbierenden Dekoration. Sie fangen Geräusche und die Lautstärke von Gesprächen im Raum auf und vermeiden Hall in relativ großen Wohnräumen.
Sollen die Vorhänge sowohl Tageslicht einlassen, als Blickschutz fungieren und auch noch schalldämmend wirken, ist eine Kombination aus schweren Vorhängen, die tagsüber zur Seite gezogen werden können, und leichteren, transparenten Gardinen oder Flächenvorhängen zu empfehlen.
Auch Textilrollos, dicht gewebte Dekostoffe für Kissen oder Sitzunterlagen sowie Wohndecken mit groben Oberflächenstrukturen reduzieren Schall im Raum: Deshalb zur Lärmreduktion lieber zu Leinenstoffen greifen als zu glattem Seidensatin. Und noch ein einfacher Trick zum Abschluss: Für einen besseren Raumklang und zur Dämpfung von Schall in offenen, großdimensionierten Wohnbereichen einfach ein Stück Schaumstoff unter die Tische klebe. Am besten möglichst mittig und nicht bis zur Tischkante auslaufend, damit der Schallschlucker unter dem Tisch nicht sichtbar ist.

Haben Sie noch Fragen zum Thema geräuschdämmende Inneneinrichtung? Gerne informieren wir Sie in unseren Märkten kompetent über die optimale Produktauswahl für weniger Schall im Wohnraum.

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Hubert Fischer

Geschrieben von Hubert Fischer

Hubert Valentin Fischer Ist ausgebildeter Raumausstatter-Meister, schult Verleger und koordiniert die Kommunikation zwischen Objekteuren, Bauleitern und Industrie. Bei TTL ist er seit 1995, seit 2017 in der Position Leiter Qualitätssicherung Handwerk bei TTL Nord.

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Das sind sehr hilfreiche Infos! Das ist eine interessante Idee, Schaumstoff unter dem Tisch zu legen. Den Artikel werde ich auf jeden Fall an meine Schwester weiterleiten. Sie wird das sicherlich auch sehr interessant finden, da ihre Nachbarn gemeckert haben, dass sie zu laut ist.

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