Kleisterflecken auf dem Boden, auf Möbeln oder sogar an der neuen Tapete, obwohl das Tapezieren so gut vorbereitet war? Ein Szenario, das keinen mehr vor der Verwendung von Tapeten bei der Renovierung abschrecken muss. Denn die Wahl der richtigen Tapetenart mit passendem Kleister ist häufig schon die Lösung.

Der Tapetenkleister – einer für alle?

Tapetenkleister im Eimer mit Pinsel

Es klingt so einfach: Tapete einkleistern, quellen lassen und anbringen. Doch da beginnt das Problem: Es gibt leider nicht den universell einsetzbaren Tapetenkleister. Die Ausgangsituation bestimmt die Kriterien für die richtige Produktauswahl. Vor allem drei Punkte sind entscheidend:

  • Die Wasserdampfdurchlässigkeit der Tapete
  • Das Gewicht der Tapete
  • Die Beschaffenheit des Untergrunds

Mit dem falschen Kleister liegen die Bahnen schnell wieder am Boden. Verschaffen Sie sich daher unbedingt vor dem Tapezieren einen Überblick, welcher Tapetenkleister sich für die gewählte Tapete eignet und beachten Sie die Herstellerangaben zur Tapete.

 Frau mit Tapeten in der Hand

Die Art der Tapete – macht sie einen Unterschied?

Unter den Tapetenarten, von Raufaser- bis Textiltapete, erfreuen sich vor allem die folgenden beiden starker Beliebtheit – und unterscheiden sich in der Kleisterart.

Tapetenkleister im Eimer

Papier- und Vliestapeten

Hierfür gibt es jeweils nur einen richtigen Kleister. So benötigen Papiertapeten den sogenannten Normalkleister, der auf einem Pulver aus Zellulose-Ethern und Stärke basiert, das mit kaltem Wasser zu einer zähflüssigen Masse angerührt wird. Dabei ist auf das richtige Mischungsverhältnis von Wasser und Pulver nach Vorgaben zu achten, um die entsprechende Klebefähigkeit zu erhalten. Die Klebekraft entfaltet sich durch Verdunstung des Wassers unter der Tapete, was bei diffusionsoffenen Papiertapeten prima funktioniert. Wasserdampfundurchlässige Tapeten haften mit diesem Kleister jedoch nicht.

Vliestapeten-Kleister überzeugt mit einer besonders guten Anfangshaftung, ist auch zum direkten Wandauftrag per Rolle erhältlich und gewährleistet zudem, dass sich die Vliestapeten später sogar trocken abziehen lassen. Dank eines beigefügten Farbmarkers kann kurzzeitig sogar sichtbar werden, wo der spritzarme Kleber bereits aufgetragen ist.

Tapeten anbringen – welche Möglichkeiten gibt es?

Auch die Herangehensweise beim Einkleistern unterscheidet sich grundlegend und kann das Risiko von Kleisterflecken von vorneherein minimieren:

Mann streicht Kleister auf Tapete aus Papier

Das Verfahren bei Papiertapeten ist vielen bekannt: Die Rückseite der Tapeten-Bahnen wird eingekleistert und während der folgenden Weichzeit von 5 bis 15 Minuten zunächst geschmeidiger, das Papier dehnt sich in die Breite aus. Die später einsetzende Trocknungsspannung sorgt an der Wand für einen strammen, blasenfreien Sitz.

Kleister an Wand bei Vliestapete

Bei Vliestapeten gestaltet sich die Anbringung etwas unkomplizierter: Vliestapeten zeichnen sich durch eine spezielle Trägerschicht aus, die auch unter Wassereinfluss dimensionsstabil bleibt, sich also nicht ausdehnt oder zusammenzieht. Daher entfällt die Weichzeit. Der Kleister wird direkt auf die Wandfläche aufgetragen und die Tapete im Anschluss aufgezogen. Dies gelingt am besten mit einer Malerrolle oder einem großen Malerpinsel.

Wichtig! Gute Vorbereitung beim Tapezieren

Eines ist allen Verfahren gemeinsam: Die sorgfältige Vorbereitung der Wände hat maßgeblichen Einfluss auf das Tapezierergebnis. Dazu gehört das Entfernen alter Tapeten, das Säubern und Glätten der Wände sowie bei rauem oder stark saugfähigem Untergrund die Aufbringung eines geeigneten Tapetengrunds.

So werden Kleisterflecken vermieden und entfernt

Um Kleisterflecken zu vermeiden, empfiehlt es sich, wie bei Malerarbeiten, Böden und Möbel abzudecken und Fußleisten abzukleben. Sollte dennoch einmal ein Tapetenkleisterfleck entstehen, geht dieser am besten mit warmem Wasser und etwas Spülmittel raus. Nach einer Einweichzeit von 15 Minuten einfach die Kleisterreste mit einem Tuch entfernen. Aber Achtung: Flecken vom Kleister nicht eintrocknen lassen, denn dann sind sie nur schwer zu beseitigen.

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Zimmer mit Tapeten

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Geschrieben von Hubert Fischer

Hubert Valentin Fischer Ist ausgebildeter Raumausstatter-Meister, schult Verleger und koordiniert die Kommunikation zwischen Objekteuren, Bauleitern und Industrie. Bei TTL ist er seit 1995, seit 2017 in der Position Leiter Qualitätssicherung Handwerk bei TTL Nord.

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